Cyberangriff auf das rumänische Grundbuchsystem

In der vergangenen Woche wurde ein Cyberangriff auf das rumänische Grundbuchsystem bekannt. Der Angreifer setzte zunächst Ransomware ein, um eine Lösegeldzahlung zu erzwingen. Nachdem der Erpressungsversuch jedoch erfolglos geblieben war, löschte er stattdessen die Daten sowie die online verfügbaren Sicherungskopien.

Zu dem Angriff bekannte sich die Gruppierung ByteToBreach. Sie könnte auch hinter einer Reihe weiterer Angriffe auf staatliche IT-Systeme in Europa stehen, von denen in den vergangenen Jahren unter anderem Schweden, Litauen und die Slowakei betroffen waren.

Wenig überraschend hat der Angriff die Funktionsfähigkeit des Grundbuchwesens weitgehend lahmgelegt. Notare können derzeit keine neuen Rechtsgeschäfte eintragen, während Bürgerinnen und Bürger weder Eigentumsnachweise noch detaillierte Grundstücks und Grundbuchinformationen erhalten können. Landesweit werden jährlich durchschnittlich zwischen 150.000 und 170.000 Wohneinheiten verkauft, sodass der gegenwärtige Stillstand erhebliche Auswirkungen auf den Immobilienmarkt hat.

Die Website ist inzwischen wieder erreichbar. Dort wird um Entschuldigung für die entstandenen Unannehmlichkeiten gebeten und darauf hingewiesen, dass die Systeme von Grund auf neu aufgebaut werden. Der vollständige Betrieb konnte bislang zwar noch nicht wiederhergestellt werden, doch laut der veröffentlichten Pressemitteilung blickt die Behörde zuversichtlich auf die weitere Entwicklung.

 Lehren aus der Entlassung

Berichten zufolge erklärte ByteToBreach, auch die Sicherungsdaten beschädigt zu haben, um eine Wiederherstellung der Systeme zu verhindern. Die rumänische Nationale Agentur für Kataster und Immobilienpublizität, die Agenția Națională de Cadastru și Publicitate Imobiliară (ANCPI), widerspricht dieser Darstellung jedoch.

„Entgegen einigen im öffentlichen Raum verbreiteten Informationen verfügte die ANCPI zum Zeitpunkt des Vorfalls über mehrere Standorte zur Aufbewahrung von Sicherungskopien. Diese Maßnahme gewährleistet Redundanz sowie die Möglichkeit, Daten im Falle von Cybersicherheitsvorfällen wiederherzustellen“, heißt es in der Pressemitteilung.

Sollte sich diese Darstellung bestätigen, verdeutlicht der Vorfall eindrücklich die Bedeutung von Resilienz und redundanten Sicherungskonzepten. Eine offline gespeicherte Kopie bleibt gerade deshalb unversehrt, weil sie für den Angreifer nicht zugänglich ist. Auf ihrer Grundlage können die betroffenen Systeme wiederhergestellt und neu in Betrieb genommen werden.

Offen bleibt lediglich, wie lange dieser Prozess dauern wird und welche Folgen die Verzögerung für all jene haben wird, die dringend darauf warten, dass die Systeme der ANCPI wieder vollständig online verfügbar sind.

 

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by Matúš Koronthály

Bildquelle: Canva