Resilienz und Wiederherstellung erfolgreich gestalten – die wichtigsten Aspekte

Backup, Disaster Recovery und operative Resilienz sind Begriffe, die in fachlichen Diskussionen häufig verwendet werden. Doch worin unterscheiden sie sich konkret, und welche zentralen Anforderungen müssen Unternehmen und Organisationen berücksichtigen? Werfen wir einen genaueren Blick auf Resilienz und Wiederherstellung im digitalen Zeitalter.

Worin besteht der eigentliche Unterschied?

Backup

Ein Backup dient dem Schutz wiederherstellbarer Kopien von Informationen und Daten. Es handelt sich um eine Kopie des produktiv genutzten Systems, die idealerweise regelmäßig nach einem definierten Zeitplan erstellt wird. Dadurch besteht im Fall von Fehlern, Ausfällen oder anderen Zwischenfällen die Möglichkeit, auf einen früheren System- oder Datenstand zurückzugreifen.

Disaster Recovery

Disaster Recovery bezeichnet die Gesamtheit der Maßnahmen, mit denen Systeme nach einem kritischen Ereignis wiederhergestellt beziehungsweise vollständig neu aufgebaut werden. Dazu gehören unter anderem Anwendungen, interne Datenbestände, digitale Identitäten, Konfigurationen und organisatorische Strukturen.

Backups können einen wesentlichen Bestandteil einer Disaster-Recovery-Strategie darstellen. Eine wirksame Wiederherstellungsstrategie darf sich jedoch keinesfalls ausschließlich auf Backups beschränken.

Operative Resilienz

Operative Resilienz beschreibt die Fähigkeit einer Organisation, ihre wesentlichen Geschäftsprozesse auch nach einem kritischen Ereignis aufrechtzuerhalten oder innerhalb eines vertretbaren Zeitraums fortzuführen.

Diese Fragestellung ist von zentraler Bedeutung. Selbst wenn eine vollständige technische Wiederherstellung grundsätzlich möglich ist, kann eine längere Unterbrechung des Geschäftsbetriebs erhebliche Liquiditäts und Cashflow Probleme verursachen. Für kleinere Organisationen kann eine solche Betriebsunterbrechung im schlimmsten Fall sogar existenzbedrohend sein.

Wie lassen sich diese Bereiche sinnvoll miteinander verbinden?

Ausgangspunkt ist eine belastbare Backup-Strategie. Backups müssen ausreichend gehärtet sein und sämtliche für die Wiederherstellung erforderlichen Daten, Konfigurationen und Systembestandteile erfassen.

Die Leitlinien von Microsoft zum Schutz vor Ransomware werfen hierzu mehrere relevante Fragen auf. Eine davon ist besonders aufschlussreich: Sind Backups von Anwendungen, Konfigurationen und Daten verfügbar, und wird ihre Wiederherstellbarkeit regelmäßig durch praktische Restore Tests überprüft?

Entscheidend ist, ob ein Backup lediglich die eigentlichen Nutzdaten enthält oder ob damit auch Benutzeridentitäten, Berechtigungsstrukturen, Konfigurationen und die operative Systemumgebung rekonstruiert werden können. Ist dies nicht der Fall, entsteht eine erhebliche Wiederherstellungslücke. Dadurch verlängert sich die Zeit bis zur vollständigen Wiederaufnahme des System und Geschäftsbetriebs deutlich.

Ein weiterer wesentlicher Aspekt ist der Schutz der Backups vor Manipulation, Verschlüsselung oder Löschung. Nicolas Blank, CTO bei NBConsult, bringt dies treffend auf den Punkt:

„Backups müssen unter der Annahme konzipiert werden, dass ein Angreifer aktiv versuchen wird, sie zu finden, zu verschlüsseln oder zu löschen.“

Verfügt eine Organisation weder über eine offline gespeicherte Sicherungskopie noch über unveränderbare, sogenannte immutable Backups, kann die ausschließliche Abstützung der Wiederherstellungsstrategie auf diese Sicherungen zu erheblichen Risiken führen. Im Ernstfall besteht dann die Gefahr, dass die Organisation auf ein kritisches Ereignis nicht ausreichend vorbereitet ist.

Die wichtigsten Erkenntnisse

  • Verwechseln Sie das bloße Vorhandensein eines Backups nicht mit tatsächlicher Resilienz.
  • Testen Sie Ihre Systeme und Wiederherstellungsprozesse regelmäßig. Gehen Sie nicht davon aus, dass eine ungeprüfte Wiederherstellung im Ernstfall zuverlässig funktioniert.
  • Planen Sie Redundanzen ein. Berücksichtigen Sie ausdrücklich, dass Systeme ausfallen und Backups kompromittiert werden können.
  • Entwickeln Sie eine umfassende Resilienzstrategie. Definieren Sie Prozesse, mit denen der Geschäftsbetrieb auch während laufender Wiederherstellungsmaßnahmen fortgeführt werden kann.

 

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by Matúš Koronthály

Bildquelle: Canva