Das Comeback des Magnetbands – Archivierung auf physischen Speichermedien

Die Archivierung und Datenspeicherung im Allgemeinen haben sich in den vergangenen Jahrzehnten zunehmend in Richtung digitaler Lösungen verlagert. Nun erleben LTO Bänder erstmals seit Jahren eine bemerkenswerte Renaissance maßgeblich befeuert durch den aktuellen KI Boom.

Die Zahlen

Das LTO-Konsortium, dem Hewlett Packard Enterprise, IBM und Quantum Corporation angehören, hat seinen Jahresbericht veröffentlicht. Im ersten Quartal 2026 stieg die ausgelieferte Speicherkapazität gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um 57 Prozent.

Bereits 2024 war mit 176,5 Exabyte ausgelieferter Kapazität ein neuer Rekordwert erreicht worden, ein Plus von 15,4 Prozent gegenüber 2023. Im Jahr 2025 sank das Auslieferungsvolumen zwar leicht um neun Prozent auf 160,3 Exabyte, lag damit jedoch weiterhin über dem Niveau jedes Jahres vor 2024.

Warum gerade Magnetband?

In einer Zeit, die von Cloud Computing und KI-Anwendungen geprägt ist, mag die Bandspeicherung auf den ersten Blick wie eine überholte Low-Tech-Lösung erscheinen. Bei genauerer Betrachtung ist die Entwicklung jedoch durchaus nachvollziehbar. Ausschlaggebend sind wie so häufig, vor allem die Kosten sowie spezifische Vorteile in bestimmten Anwendungsszenarien.

Kosten

Während Technologien wie Project Silica, Cerabyte und andere Anbieter an neuartigen und kostengünstigen Speicherlösungen arbeiten, zählt Magnetband derzeit weiterhin zu den preiswertesten Optionen für die langfristige Datenspeicherung.

Besonders relevant ist dies für Unternehmen im KI Umfeld, die enorme Datenmengen als Trainingsmaterial für ihre Modelle vorhalten müssen. Bei derart großen Datenbeständen bleibt ein niedriger Preis pro gespeicherter Einheit ein entscheidender Faktor, selbst wenn dafür Einschränkungen bei der Zugriffsgeschwindigkeit und weitere Nachteile in Kauf genommen werden müssen, die ursprünglich zur Abkehr von der Bandtechnologie beigetragen hatten.

Energieverbrauch

Von besonderer Bedeutung ist zudem die hohe Energieeffizienz von Bandspeichern. In einer Zeit, in der die Energieversorgung von Rechenzentren zunehmend zum Engpass wird, bieten sie einen entscheidenden Vorteil: Magnetbänder selbst benötigen im Ruhezustand praktisch keine Energie.

Damit unterscheiden sie sich deutlich von moderneren Speicherinfrastrukturen, insbesondere von Cloud Rechenzentren, deren hoher Energiebedarf zunehmend zu einem wirtschaftlichen wie infrastrukturellen Faktor wird.

 

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by Matúš Koronthály

Bildquelle: Canva